Tele.Ring

Jeder Trend bzw. jeder Sparte hat ihren Anfang. Was Österreich und die Billig-Mobilfunkanbieter betrifft, so hat der Anfang auch einen Namen. Nämlich tele.ring. Der Mobilfunkbetreiber hat eine relativ lange Geschichte, die sich bunt und abwechslungsreich gestaltet. Inzwischen gehört das Unternehmen zu T-Mobile Austria. T-Mobile steht jedoch mit einem solchen Billig-Mobilfunkanbieter nicht alleine da. Auch andere große Netzbetreibe, wie A1 mit bob und yess, setzen auf billige Alternativen, um zusätzlich Kunden locken zu können.

Eine wechselhafte Unternehmensgeschichte

Eigentlich war es im Jahre 1997 nicht die Intention der Gründer, einen Mobilfunkanbieter zu schaffen. Der größte österreichische Verbund von Stromkonzernen, die Citykom Austria und die ÖBB wollten schlicht einen Festnetz- und Internetanbieter gründen. Doch bereits im darauffolgenden Jahr ergab sich eine nachhaltige Veränderung. Der deutsche Konzern Mannesmann Mobilfunk schaltete sich ein. Dabei wurde eine klare Linie verfolgt. Das Unternehmen wollte in Mitteleuropa, mit dem Fokus auf Deutschland, Österreich, Italien und Ungarn, ein einheitliches Netz schaffen. In Österreich sollte außerdem den deutschen Kunden an eigenes Netz angeboten werden.

Die Wendung durch Vodafone

Allerdings ging der Mannesmann Konzern pleite. Vodafone war zur Stelle und übernahm das Unternehmen. Jedoch verfolgt Vodafone eine andere Unternehmensstrategie. Ziel ist es, in einem jeweiligen Land der größte oder zumindest zweitgrößte Mobilfunkbetreiber zu sein. Dieses Ziel ließ sich mit tele.ring nicht umsetzen, da der Marktanteil bei ca. zwei Prozent lag. In der Folge wurde das Unternehmen an den US-Konzern Western Wireless verkauft. Und zwar für eine symbolische Summe von 10 Euro. Bedingt dadurch konnte tele.ring entschuldet werden. Bis zu diesem Zeitpunkt erwirtschaftete das Unternehmen noch keinen Gewinn. Allerdings wurde Western Wireless von Alltel übernommen. Diese verfolgten das Ziel, die Tochtergesellschaften von Western Wireless zu verkaufen.

T-Mobile Austria war zur Stelle

Relativ schnell wurde Einigung über den Verkauf erzielt und ein potentieller Käufer ausgemacht. Bereits im August 2005 wurden entsprechende Verträge unterzeichnet. Der Verkauf erfolgte jedoch erst im April 2006. Das EU-Kartellamt äußerste starke Bedenken. Seitdem ist tele.ring der Billig-Mobilfunkanbieter von T-Mobile Austria. Am Auftreten und Angebot von tele.ring hat sich seitdem jedoch wenig verändert.  Zum Zeitpunkt des Kaufs verfügte das Unternehme über einen Marktanteil von knapp zwölf Prozent. Auf der einen Seite konnte T-Mobile somit einen direkten Konkurrenten ausschalten. Auf der anderen Seite wurden die Produktpalette und der Marktanteil deutlich erhöht. Die Übernahme hatte jedoch ihren Preis. 1,3 Milliarden Euro und die Abgabe von Masten und UMTS-Frequenzen an die Konkurrenz Orange und 3.

Aggressives Marketing als Schlüssel zum Erfolg

Vor allem die äußerst aggressive Werbepolitik von tele.ring trug zum Erfolg bei. Der Geist der Geizgesellschaft wurde nahezu perfekt getroffen. Vor allem für junge Verbraucher, wie Schüler und Studenten, war diese günstige Alternative sehr lukrativ. Der Spruch „Weg mit dem Speck“ genießt nahezu Kultstatus und ist einem jeden Österreicher bekannt. Neben dem Marketing sprechen die Produkte für sich selbst. Der Mobilfunkanbieter tele.ring war das erste Unternehmen in Österreich, das ein Handy-zu-Handy-Telefonat billiger als ein Handy-zu-Festnetz-Telefonat angeboten hat. Lag der Fokus damals noch rein auf Telefonieren und SMS-Schreiben, ist heutzutage eine breitere Produktpalette anzutreffen. Mobiles Internet und Smartphone taugliche Tarife sind auch im Sektor der Billig-Mobilfunkanbieter angekommen.

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